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Die Determinanten der Gesundheit nach der WHO

 

Folgender Text beschreibt das Thema der Determinanten von Gesundheit nach der WHO. Es ist ein Auszug aus einer Arbeit von Stefan Mumenthaler im Rahmen seines Studiums zum Master in Gesundheitsförderung und Prävention:

 

Als Grundlage für die Einführung der Gesundheitsdeterminanten der World Health Organisation (WHO) seien die entsprechenden Unterlagen unseres Studiums beigezogen. (Wettstein 2009) Die Grafik stammt aus der ursprüngliche Quelle. (Dahlgren / Whitehead 1991: 11)
Grafik Determinanten Gesundheit

Abb.1: The main determinants of health (aus Dahlgren / Whitehead 1991: 11)

Herkunft und Entstehung

Dieser Abschnitt hier (3.1) liesse sich sicher noch detailierter darstellen. Jedoch wurde im Rahmen dieser Arbeit das Gewicht auf den Vergleich gelegt. Deshalb hier ein relativ kurzer Herkunfts-Überblick:
Im Original-Dokument selbst (Dahlgren / Whitehead 1991) beziehen sich die Autoren auf ein vorangegangenes Dokument. (ebd: 4) „This is the second in a series of discussion papers from the WHO Regional Office for Europe. The first covers concepts and principes of equity in relation to health, and should be read in conjunction with this paper.“ Laut Wettstein (2009) wurde das Modell als Determinantenmodell ab 1995 von der WHO vielfach verwendet. In den Publikationen der WHO wird es als „Social Determinants of Health” (SDH) benennt.
Es sei noch erwähnt, dass es weitere Determinantenmodelle von Gesundheit gibt, so beispielsweise das Modell der Gesundheit nach Hancock. (Labisch 1992)

Inhaltsübersicht

Um über den Inhalt des Determinanten-Modells von Gesundheit der WHO genaueres zu erfahren, beziehen wir uns wieder auf das Ursprungs-Dokument von Dahlgren / Whitehead. (1991) Darin beschreiben sie ihre Grafik folgendermassen: (ebd: 11) „Figure 1 illustrates the main influences on health. They can be thought of as a series of layers, one on top of the other. Overall, there are the major structural environment. Then there are the material and social conditions in which people live and work, determined by various sectors such as housing, education. Health care, agriculture and so on. Mutual support from family, friends, neighbours and the local community comes next. Finally, there are actions taken by individuals, such as the food they chose to eat, their smoking and drinking habits.
The age, sex and genetic make-up of each individual also plays a part, of course, but these are fixed factors over which we have little control.”

Aus der obgenannten Grafik können fünf Themenbereiche differenziert werden:

 

In den folgenden Abschnitten werden die Inhalte kurz dargelegt:

Allg. sozioökonomische u. umweltbedingte Verhältnisse

Im Ursprungs-Dokument wird in der Einführung zu diesem Themenbereich zwei Sichtweisen beschrieben: (ebd: 14) „the economics of health and the health of economics.“
Dabei wird in ersterem angeschaut, wie sich Gesundheit auf das ökonomische Wachstum auswirkt: (ebd: 14) “The „economics of health“ perspective is focusing upon how changes in the health status of the population – or within different groups of the total population – affects economic growth and the general level of public expenditures.”
In der zweiten Sichtweise wird z.B. beschrieben, wie sich Armut auf die Gesundheit auswirkt: (ebd: 15) „Considering that poverty is a major riskfactor for poor health and early deaths particular attention must also within a European context be paid to the groups living at or below the poverty line. The size of this group – and how it changes over time – is in fact a titmuss-test for an equity oriented health policy in many industrialized countries.“
Auch die Nachhaltigkeit ist bereits ein Thema: “Economic development strategies reviewed from an environmental point of view are described as “ substainable” when they support or do not constitute a threat to any vital part of the ecological system.”

Lebens- und Arbeitsumfeld

Auch in diesem Abschnitt seien einige Auszüge wiedergegeben, welche helfen, den Inhalt darzustellen und für den Vergleich dienlich sind. Als erstes wird im Dokument auf das Arbeitsumfeld fokussiert: (ebd: 20) “Differences in the physical and psycho-social work environment constitute one of the main determinants of socio-economic inequities in health. In addition to occupational accidents and diseases a combination of heavy uncomfortable and monotorious work couple with stress and very limited control over the situation increases the risk of many diseases.”
Des weiteren wird auf das Thema der Arbeitslosigkeit und dessen Auswirkung auf die Gesundheit eingegangen. Sowie wird dem Zugang der gesamten Bevölkerung zu Grundnahrungsmittel höchste Priorität beigemessen. Auch wird als weiterer Sektor der Behausung und der Obdachlosigkeit Rechnung getragen. Der als Nächstes thematisierte Sektor behandelt die Bildung: (ebd: 31) “The educational system has a tremendous but often very underutilized potential for promoting health in general and reducing social inequities in particular.”
Als letzter Punkt in diesem Abschnitt widmen sich die Autoren dem Gesundheitssektor. Im einführenden Abschnitt wird über den Einfluss der Medizinischen Institutionen auf die Gesundheit der Menschen geschrieben: (ebd: 34). „Few attempts have – however – been made to assess the over all health impact of medical services. Some studies estimate however that medical interventions may have contributed to around 10 to 20 percent of the improvements observed in health status in industrialized countries during this century.” Auch der gleichberechtigte Zugang zu qualitativ guter medizinischer Versorgung, um dadurch bestehende Ungleichheiten in der Gesundheit der Bevölkerung zu reduzieren, wird thematisiert. (vgl. ebd: 34)

Soziales Umfeld

Der Zusammenhang des Sozialen Netzwerkes und der eigenen Gesundheit wird in diesem Kapitel betrachtet. Schwache soziale Unterstützung wird verbunden mit diversen psychischen und körperlichen Krankheiten, welche als Auswirkung davon entstehen können. Auch der Konsum gesundheitsschädigender Substanzen als mögliche Auswirkung fehlender sozialer Unterstützung wird genannt. Im Gegensatz dazu wird unterstützenden sozialen Beziehungen einen hohen schützenden Effekt für die mentale Gesundheit der unter Stress stehenden Menschen zugesprochen. (vgl. ebd: 41)

Individueller Lebensstil

Im Themenfeld „individueller Lebensstil“ befassen sich die Autoren mit dem Einfluss dieser Komponente auf die Gesundheit. Als Beispiele bringen sie das Rauchen und den Alkoholmissbrauch, sowie Bewegungsmangel und Unterernährung. Ebenfalls berücksichtigt wird der hemmende Einfluss von tiefem Einkommen auf die Gesundheit.
Auch der zielgruppenspezifische Ansatz kann schon heraus gelesen werden: (ebd: 45) „Strategies aimed at improving lifestyle need to be based on an understanding of the restrictions on choice of people in difficult circumstnaces, so that realistic, credible advice and help can be given.”

Alter, Geschlecht und erbliche Faktoren

„It is also a well known fact that gender is an important factor in terms of health the normal pattern being that women live longer than men.” (ebd: 49) Wie wir in diesem Zitat sehen können, gehen die Autoren in diesem Kapitel auch auf das Gender-Thema ein.
Des weiteren wird Thema Genetik und somit die Erbinformationen angesprochen. Die Fülle an Informationen, welche wir heute (2009) haben, gab es noch nicht, als das zitierte Werk verfasst wurde. Entsprechend wird der Genetik einen anderen Stellenwert zugesprochen: (ebd: 49) „There is no evidence that genetic differences explain the health divide.“ Die Autoren lassen aber explizit die Möglichkeit offen, dass genetische Faktoren eine entscheidende Wichtigkeit für die Gesundheit und damit für die Gesundheitspolitik haben könnten. Entsprechend regen sie an, dass eine frühe Erkennung dieser genetischen Risikofaktoren eine frühe spezifische Reaktion verlangen, um ein zusätzlicher ungesunder Lebensstil zu verhindern. (vgl. ebd: 49)

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